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Commercialisation and scale up of a Vaginal Microbiome Screening service with a menstrual tampon collection device and a digital layer to provide diagnosis, disease risk evaluation and aftercare.

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Der Tampon als Wegbereiter einer Revolution in der Frauengesundheit

Über das EU-finanzierte Projekt VMS – Vaginal Microbiome Screening sollten gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen mit innovativen Tampons zugänglicher, angenehmer und wirksamer für Frauen gestaltet werden.

Seit Jahrzehnten nehmen Frauen aufgrund invasiver und unangenehmer Untersuchungsmethoden in der Gynäkologie notwendige Vorsorgeuntersuchungen nicht in Anspruch. Mit Tampons zur Probenentnahme bietet das Projekt VMS eine Möglichkeit, diesen Status quo zu durchbrechen. Mit dem Ansatz sind Vorsorgeuntersuchungen zugänglicher, sodass Frauen ihre Gesundheit mit Komfort und Zuversicht selbst bestimmen können.

Tampons als Werkzeuge des Wandels

Die bisherigen Untersuchungsmethoden, zum Beispiel mit einem Spekulum und Abstrichen, sind seit einem Jahrhundert nahezu unverändert geblieben und stellen eine Hürde dar. Viele Frauen und bei der Geburt weiblich Zugewiesene (AFAB) vermeiden die Untersuchungen aufgrund von Unbehagen, Scham oder logistischen Problemen, sodass ein Großteil gynäkologischer Infektionen nicht diagnostiziert wird. „Mehr als 30 % der Frauen vermeiden HPV-Vorsorgeuntersuchungen“, sagt Valentina Milanova, Projektkoordinatorin bei VMS und Geschäftsführerin von Tampon Innovations in Bulgarien. „Dabei sind 70 % der Infektionen asymptomatisch, sodass das Risiko für schwere Komplikationen wie Gebärmutterhalskrebs und Unfruchtbarkeit steigt.“ Aus dem Projekt VMS ist eine bahnbrechende Alternative hervorgegangen: Umfunktionierte Tampons zur Probenentnahme. Mit dem Ansatz sind Untersuchungen zugänglicher und Frauen können sich bequem und privat um ihre Gesundheit kümmern. „Wir wollten die Vorsorge zu etwas machen, dass Frauen annehmen können, statt es zu vermeiden“, erklärt Milanova. Das VMS-Team wollte auch geschlechtsspezifische Lücken in der medizinischen Forschung schließen und wertvolle Daten zum vaginalen Mikrobiom erfassen. Dieser Bereich war in der Vergangenheit unterfinanziert und fand wenig Beachtung.

Validierung und Innovation

Um VMS zu verwirklichen, waren mehrere bedeutende Schritte notwendig. Ganz entscheidend war die klinische Validierung. In Partnerschaft mit dem Liverpool Women‘s Hospital und NHS Lothian im Vereinigten Königreich wurden Versuche durchgeführt, bei denen sich die Tampons als genauso wirksam wie Abstriche erwiesen, um HPV und sexuell übertragbare Infektionen zu erkennen. Das Projektteam hat auch eine digitale Plattform für Testkits zur Eigenanwendung eingerichtet. Nutzerinnen können die Ergebnisse über die VMS-App einsehen, sich mit Angehörigen der Gesundheitsberufe in Verbindung setzen und individuelle Behandlungspläne erhalten. Der ganzheitliche Ansatz stellt einen Umstieg von der traditionellen Diagnostik auf ein umfassenderes Versorgungsmodell dar. Ein weiterer Höhepunkt war der Aufbau einer Biobank für anonymisierte Proben, um die Forschung zu gynäkologischen Bedingungen wie Endometriose und dem polyzystischen Ovar-Syndrom (PCOS) voranzubringen.

Barrieren frontal angehen

Ein Wandel in der Gesundheitsversorgung für Frauen und AFAB bringt eine Reihe mit einzigartigen Herausforderungen mit sich. Die rechtlichen Anforderungen machen umfassende Abstimmungen mit Rechtsfachkräften unerlässlich. VMS hat auch Finanzierungen über eine Kombination aus öffentlichen Zuschüssen und privaten Investitionen erhalten. Auch die Entwicklung der Technologie war schwierig. Das Team hat mit akademischen Partnern zusammengearbeitet, um eine proprietäre Methode zur DNS-Extraktion für die Tampons zu optimieren. Gleichzeitig wurden Störungen der Lieferketten überwunden, indem die Zulieferer diversifiziert und in eigene Produktionskapazitäten investiert wurde. VMS wurde von Nutzenden und Angehörigen der Gesundheitsberufe gleichermaßen gelobt. Mehr als die Hälfte der Nutzerinnen nahmen zum ersten Mal an gynäkologischen Vorsorgeprogrammen teil. 78 % von ihnen gaben an, dass die Testkits zur Eigenanwendung Hürden wie Scham und logistische Schwierigkeiten aushebelten. Besonders in der Gesundheitsversorgung wird der enorme Wert der Initiative gesehen, da die Wartezeiten sinken und die Patientinnen bessere Ergebnisse erwarten können. Über Zusammenarbeit im Bereich der öffentlichen Gesundheit (auch Partnerschaften mit dem NHS Trust im Vereinigten Königreich) wurde die Reichweite vergrößert.

Die Zukunft von VMS

Zu den langfristigen Plänen gehören die Expansion nach Nordamerika, Diagnoseinstrumenten für Fruchtbarkeitsuntersuchungen und die Zusammenarbeit mit globalen Gesundheitsorganisationen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). „VMS ist mehr als ein Untersuchungswerkzeug. Es ist eine neue Art, über Frauengesundheit nachzudenken“, fährt Milanova fort. „Wir wollen, dass jede Frau und AFAB ungeachtet von ihrem Wohnort oder sozioökonomischen Status Zugang zu Vorsorge hat.“

Schlüsselbegriffe

VMS – Vaginal Microbiome Screening, VMS, Bulgarien, Vaginal Mikrobiome Screening, Gesundheitswesen, Gynäkologie, Vorsorge, Tampon

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