Analyse der Tribochemie und Tribophysik bei Schmierölen
Die im 19. Jahrhundert entwickelten Verbrennungsmotoren sind noch immer die gängigsten Systeme zur Stromerzeugung, etwa in Benzin- und Dieselmotoren und sogar in Raketenantriebssystemen. Obwohl inzwischen erneuerbare Energien zur Energiegewinnung eingesetzt werden, geht man davon aus, dass Verbrennungsmotoren noch lange Zukunft haben. So sollte ein neues großes Ausbildungsnetzwerk eine Wissensgrundlage schaffen, um physikalische Prozesse zu untersuchen, die Reibung und Verschleiß in Verbrennungsmotoren beeinflussen. Das EU-finanzierte Projekt ENTICE (Engineering tribochemistry and interfaces with a focus on the internal combustion engine) verbesserte die Effizienz solcher Motoren und die Lebensdauer der Komponenten. ENTICE unterstützte die Forschungsprojekte von 14 Nachwuchs- und 2 erfahrenen Forschern zu physikalischen Prozessen bei der Tribochemie geschmierter Kontakte. Sie entwickelten experimentelle und analytische Techniken, um die Wirkung von Schmiermittelzusätzen bei intensiver und industrieller Nutzung genauer zu untersuchen. Die Projektpartner analysierten die Ölalterung bei tribochemischen Prozessen an der Oberfläche von Nichteisenmetallen. Die Ergebnisse numerischer Simulationen von realen Oberflächen, Mikrostrukturen und Oberflächenmodifikationen von Fahrzeugmotorenbauteilen lieferten genaue Daten zu Ermüdungsprozessen und Reibungsverringerung. Das Schulungsnetzwerk von ENTICE bereitete eine neue Generation von Forschern darauf vor, das Design zu verbessern und neue Schmierungstechnologien zu entwickeln. So können trotz hoher Umweltauflagen die tribologischen Eigenschaften von Verbrennungsmotoren verbessert und damit Treibstoffverbrauch und Schadstoffemissionen reduziert werden.
Schlüsselbegriffe
Tribochemie, Schmieröle, Automobilindustrie, Verbrennungsmotoren, ENTICE