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Selbst hergestellte Explosivstoffe verstehen, aufspüren und verhindern

Mit einer Kombination aus künstlicher Intelligenz, Lieferkettenüberwachung und fortschrittlichen Luft- und Bodendrohnen werden im EU-finanzierten Projekt ODYSSEUS Strafverfolgungsbehörden unterstützt, die wachsende Bedrohung durch selbst hergestellte Explosivstoffe zu bekämpfen.

Bei der Terrorismusbekämpfung gibt es keine Einheitslösung. Strafverfolgungsbehörden benötigen eine Palette an Instrumenten, mit denen nicht nur bestehende Bedrohungen, sondern auch neue behoben werden können. Eine dieser neuen Bedrohungen ist der Einsatz selbst hergestellter Explosivstoffe. Im Projekt ODYSSEUS wird ein Beitrag geleistet. Nach Angaben des Projektträgers, des Bulgarian Defence Institute (BD), wird das Internet für Terrorismus genutzt, um diskret legitime chemische Stoffe zu beschaffen und alltägliche Materialien in selbst hergestellte Explosivstoffe zu verwandeln.

Von künstlicher Intelligenz bis zu autonomen Drohnen

Im BDI-koordinierten Projekt wurde eine umfassende Lösung entwickelt, damit Strafverfolgungs- und Sicherheitsdienste die Nutzung selbst hergestellter Explosivstoffe besser verstehen, aufspüren und verhindern können. Die Lösung umfasst eine quelloffene Aufklärungsplattform, die auf künstlicher Intelligenz (KI) beruht, um verdeckte Bedrohungen online zu erkennen. Sie kann auch eingesetzt werden, um Lieferketten zu überwachen und den Umlauf von chemischen Stoffen nachzuverfolgen, die für Explosivstoffe verwendet werden könnten. Außerdem wurden hochmoderne Land- und Luftdrohnen entwickelt, mit denen Spuren von Chemikalien für selbst hergestellte Explosivstoffe autonom aufgespürt werden können. Werden solche Chemikalien in der Luft oder im Wasser erkannt, wird das Risikoniveau mit dem ODYSSEUS Threat Assessment and Decision Support Tool (TAS, Instrument zur Risikobewertung und Entscheidungshilfe) bestimmt. Die Nutzenden können die Informationen über das ODYSSEUS Dashboard einsehen. Alle Projektlösungen können nahtlos miteinander integriert werden, um eine Terrorbedrohung zu verhindern, bevor sie überhaupt aufkommt. Bei der Entwicklung der Lösungen wurden strenge ethische Grundsätze und eingebauter Datenschutz berücksichtigt.

Tests in realen Einsatzszenarien

Die ODYSSEUS-Lösung wurde in realen Einsatzszenarien in ganz Europa umfassend getestet. In Italien wurde ein ferngesteuertes System zur Wasserprobenahme eingesetzt, um die Konzentration einer chemischen Verbindung in einem Abwasserkanalnetz zu bestimmen. Aus diesen Daten konnten Sicherheitsteams die Quelle der Chemikalien ableiten. Bei einem Feldtest in Griechenland konnte die Nationalpolizei praktische Erfahrungen mit der Lösung machen, mit der Chemikalien in der Luft und im Wasser erfasst werden, um das Vorhandensein von selbst hergestellten Explosivstoffen anzuzeigen. Die Nutzenden konnten auch die KI-gestützten Möglichkeiten zur Überwachung des Internets und der Lieferketten testen.

Ein wichtiges neues Instrument zur Terrorismusbekämpfung

Ende letzten Jahres fand die Abschlusskonferenz von ODYSSEUS im Central Military Club in Sofia in Bulgarien statt. Bei der Veranstaltung haben die Projektpartner die Ergebnisse und nächste Schritte erörtert. Bei der Konferenz wurden auch andere sicherheitsrelevante EU-finanzierte Projekte vorgestellt, darunter INHERIT, MELCHIOR und STBERNARD. Die wichtigste Erkenntnis: Die Strafverfolgungsbehörden verfügen nun über ein weiteres wichtiges Instrument in ihrem wachsenden Arsenal, um Terrorbedrohungen wirksam zu erkennen und zu verhindern.

Schlüsselbegriffe

ODYSSEUS, Explosivstoff, selbst hergestellt, Lieferkette, Entscheidungshilfe