Griechischer Mastix gegen nicht-alkoholische Fettlebererkrankung
Mehr als die Hälfte aller Menschen, die an Fettleibigkeit oder Diabetes leiden, entwickeln früher oder später eine nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD). Die NAFLD umfasst eine Reihe unterschiedlicher Anomalien, wie hepatische Steatose und nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH). Es gibt noch keine zugelassenen Arzneimittel zur Behandlung der NAFLD, welche ein Risikofaktor für die spätere Entwicklung von Zirrhosen oder hepatozellulären Karzinomen ist.
Wirksamkeit des Naturprodukts Mastix bei NAFLD
Das EU-finanzierte Projekt MAST4HEALTH untersuchte einen nicht-pharmakologischen Ansatz für das Krankheitsmanagement. Diese Forschung wurde im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen gefördert und befasste sich mit der Verwendung von Mastix, einem natürlichen Präparat mit bekannten gesundheitlichen Vorteilen. Mastix ist ein Harz, das aus den Stielen und Zweigen des Strauchs Pistacia lentiscus gewonnen wird, welcher ausschließlich auf der Insel Chios in Griechenland angebaut wird. Vorhergehende Studien wiesen bereits das Vorliegen von Polyphenolen und Terpenen in Mastix sowie ihre Bioverfügbarkeit beim Menschen nach. „Mehrere antimikrobielle, antioxidative, antiinflammatorische und lipidsenkende Eigenschaften konnten nicht bloß auf die einzelnen Bestandteile des Mastixharzes, sondern auf das Naturprodukt an sich zurückgeführt werden“, erklärt George Dedoussis, Projektkoordinator von MAST4HEALTH und Professor für Molekulargenetik und Nutrigenetik an der Charokopio-Universität in Griechenland.
Präklinische Evidenz belegt die Wirksamkeit von Mastix
Über die pathophysiologischen Mechanismen von NAFLD ist erst wenig bekannt. Neben Diabetes und Fettleibigkeit stellen auch Dyslipidämie und Bluthochdruck weitere Risikofaktoren dar. Immer mehr Belege deuten darauf hin, dass das Darmmikrobiom sowie epigenetische Modifikationen an der Entstehung und dem Fortschreiten von NAFLD/NASH beteiligt sind. Es wird angenommen, dass das Darmmikrobiom die Lebersteatose begünstigt, indem es Energie aus sonst unverdaulichen Nahrungspolysacchariden gewinnt, den Stoffwechsel reguliert und geringgradig ausgeprägte Entzündungen fördert. In einer früheren Arbeit bestätigte das Konsortium die Wirksamkeit von Mastix bereits an Versuchstieren mit ernährungsbedingter Fettleibigkeit, NASH und Fibrose. Insbesondere wurde beobachtet, dass bei Tieren, die Mastix-Präparate in ihrer Nahrung erhielten, der Alanin-Aminotransferase-Spiegel sank, der Aufschluss über die Leberfunktion und den sogenannten NAFLD Activity Score gibt. Außerdem zeigte sich bei ihnen eine Besserung der hepatischen Steatose sowie eine teilweise Wiederherstellung der Vielfalt des Darmmikrobioms.
Nahrungsergänzung durch Mastix bei Personen mit NAFLD
Eine frühere klinische Studie an Personen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zeigte bereits, dass eine Intervention mit Mastix günstige Veränderungen der Biomarker von oxidativem Stress und fäkalen Biomarkern sowie einen Entzündungsrückgang bewirkt. Um die Daten über die Nahrungsergänzung durch Mastix bei NAFLD-Erkrankten zu bestätigen, führte das Team von MAST4HEALTH eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte klinische Studie durch. Dabei erhielten die Teilnehmenden ein Mastix-Präparat in Kapselform. Anschließend wurden ihre spezifischen genetischen und epigenetischen Biomarker sowie ihr metabolomisches Profil und Darmmikrobiomprofil bewertet. Zur Analyse und Integration der Daten aus dieser klinischen Studie zogen die Projektpartner modernste Methoden und Verfahren heran. Die Ergebnisse werden in Kürze veröffentlicht. Vorläufe Ergebnisse deuten jedoch bereits darauf hin, dass sich bei NAFLD-Erkrankten mit Mastix-Gabe der Gesamtzustand bessert. Wie bereits erwähnt, könnte ein natürliches Präparat auf der Grundlage von Mastix bei diversen Erkrankungen mit oder ohne zusätzliche Medikation als innovative Behandlungsmethode in Frage kommen. Mit Blick auf NAFLD wäre eine nicht-pharmakologische Behandlungsmöglichkeit auf der Basis von Mastix in der Tat ein wertvolles Werkzeug in der klinischen Praxis weltweit. Noch sind zwar weitere Untersuchungen erforderlich, um den Mechanismus hinter der Wirkungsweise von Mastix genau zu ergründen. Doch das Potenzial, um den Behandlungsstandard für NAFLD-Erkrankte zu verbessern, scheint gegeben. Die Projektarbeit verspricht nicht nur im Hinblick auf die Betroffenen eine möglicherweise höhere Lebensqualität, sondern auch für die Forschenden des Projekts. „Das MAST4HEALTH-Projekt hat nicht nur Tragweite, was die Ergebnisse der klinischen Studie selbst betrifft – es gab den abgestellten Forschenden außerdem die einmalige Gelegenheit, in unterschiedliche Arbeitsbereiche und innovative Technologien einzutauchen“, so Dedoussis abschließend.
Schlüsselbegriffe
MAST4HEALTH, Mastix, NAFLD, Nahrungsergänzungsmittel, Präparate, NASH, Fettleibigkeit, Übergewicht, nicht-alkoholische Steatohepatitis, Diabetes, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen