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Innovations in Neural Conceptual Representation: Exploring Aspects of Semantics

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Semantische Repräsentationen – was wissen wir wirklich?

In einem EU-finanzierten Projekt wird erstmals das Verhältnis zwischen semantischen Repräsentationen auf drei verschiedenen Ebenen untersucht: Verhalten, Modelle und Hirnaktivität.

Zum Projekt INCREASE erklärt Koordinator Dr. David Vinson, dass „jeder Sprecher einer Sprache sehr wahrscheinlich die meisten Wörter, die er benutzt, sehr tiefgründig begreift, ob er sie nun formal in einer Unterrichtsumgebung erlernt hat oder natürlicher und organischer durch Zusehen und Zuhören, wenn andere sie verwenden.“ Die Herausforderung liegt darin, dass es nur sehr wenige Informationen darüber gibt, wie Wortbedeutungen im Gehirn eines Sprechers repräsentiert werden und wie Ähnlichkeit zwischen Wörtern etabliert wird. Es geht um das Verstehen Forschergruppen, die in diesem Bereich tätig sind, haben Wortbedeutungen bisher entweder als Sammlung von Eigenschaften verstanden oder dadurch definiert, in welchem Kontext die Wörter gebraucht werden. Beide Ansätze eignen sich, um die meisten verwandten Wörter von völlig artfremden zu unterscheiden, aber es ist unklar, wie wichtig diese Unterschiede sind, wenn die Reaktionen von Menschen auf Bedeutungen oder ihre Reaktionen im Gehirn beim Lesen dieser Wörter vorhergesagt werden sollen. Das Projekt INCREASE, das im Rahmen des Marie-Skłodowska-Curie-Programms gefördert wird, sollte genau diese Frage klären. „Wir wollten semantische Repräsentationen – also unser Wissen um die Bedeutung von Wörtern – untersuchen, die sich anhand von Ähnlichkeitsdimensionen zwischen Wörtern ableiten lassen, also dem Grad der Ähnlichkeit in der Bedeutung zweier Wörter“, erklärt Dr. Maria Montefinese, eine Marie-Skłodowska-Curie-Stipendiatin unter der Leitung von Dr. Vinson. Die wichtigsten Erkenntnisse Das Projekt hat gezeigt, dass verschiedene Ähnlichkeitsmaße zwischen Wörtern die semantische Repräsentation von abstrakten und konkreten Begriffen hervorheben und dass ihr Einsatz von den Vorgaben der jeweiligen Aufgabe und der Kodierungstiefe abhängt. „Noch wichtiger ist aber, dass wir klären konnten, welche Rolle einige Hirnregionen des semantischen Netzwerks in der linken Hirnhälfte bei der Kodierung von Ähnlichkeitsinformationen spielen“, so Dr. Montefinese. Dr. Vinson ergänzt: „Die Hauptergebnisse bringen uns in großen Schritten dem Verständnis näher, wie sich verschiedene Aspekte von Informationen zu Wortbedeutungen zusammenschließen und wie Leser Bedeutung unterschiedlich nutzen, je nach dem wie tief sie die Sprache, die sie lesen, verarbeiten.“ Außerdem zeigen sie, dass bei Wortbedeutungen die Intuition der Menschen nicht hundertprozentig dem entspricht, wie sie bei der Sprachnutzung Bedeutung tatsächlich verarbeiten. Was hat INCREASE als nächstes vor? Nach der Veröffentlichung von Konferenzbeiträgen des Projekts zur Cognitive Science Society und vier empirischen Studien in den Fachzeitschriften „Biological Psychology“, „Cognition and Emotion“, „Journal of Neurophysiology“ und „Frontiers in Psychology“ werden noch sechs weitere Artikel aus dem Projekt hervorgehen. In INCREASE spielt man außerdem gerade verschiedene Ideen zur zukünftigen Ausrichtung durch. „Momentan untersuchen wir mit Hilfe von Elektroenzephalografie die zeitliche Dynamik von Ähnlichkeitsmaßen bei der Verarbeitung abstrakter und konkreter Konzepte und inwiefern ihr Einsatz von den Vorgaben der jeweiligen Aufgabe beeinflusst wird“, so Dr. Montefinese. Auch andere Forschungsfragen werden im Rahmen internationaler und nationaler Partnerschaften untersucht, die in der Laufzeit des Projekts begründet wurden. Dr. Vinson: „Diese Fragen drehen sich um Details der Repräsentationen von Bedeutung, die wir erst jetzt näher betrachten können, da wir ein substanzielleres Verständnis der verschiedenen Teile bekommen haben, die zusammen die Bedeutung von Wörtern ergeben.“ Ein weiterer wichtiger Schritt im Projekt ist, zu untersuchen, inwiefern Kontext sich auf die Wortbedeutung auswirkt. Bisher war das aus praktischen Gründen noch nicht möglich, da der Hauptfokus auf einzelnen Wörtern lag, die einzeln nacheinander gelesen werden.

Schlüsselbegriffe

INCREASE, semantische Repräsentation, Wortbedeutung, Sprache, Bedeutung von Wörtern, Ähnlichkeitsmaße, Psychologie, Sprechergehirn

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