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EnhaNcing seCurity And privacy in the Social wEb: a user centered approach for the protection of minors

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Wie können Jugendliche vor den Gefahren des Social Web geschützt und Erziehungsberechtigte entsprechend sensibilisiert werden?

In einer Welt der endlosen Konnektivität klicken junge Menschen für ihr Leben gern. Damit sind sie in der Internetnutzung nicht nur eine der aktivsten Gruppen, sondern auch die gefährdetste. Eine EU-Initiative hat eine bahnbrechende Forschungsarbeit zu den Bedrohungen in sozialen Online-Netzwerken vorgestellt und Beratungswerkzeuge für Eltern entwickelt, mit denen sie Gefahren erkennen können.

Wächst man im digitalen Zeitalter auf, wird man gleichzeitig mit den Risiken der Online-Welt konfrontiert. Damit junge Internetnutzerinnen und -nutzer effektiv vor unangemessenen Inhalten geschützt werden, hat das Projekt ENCASE Verantwortliche aus Wissenschaft und Industrie zusammengebracht. Sie sollten sich an der einschlägigen Literatur zur Bedrohungserkennung beteiligen und neue nutzungsfreundliche wie auch praktische Lösungen vorschlagen. Unterstützt wurde das Forschungsvorhaben im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen. In theoretischer Hinsicht sind daraus zahlreiche Berichte und Veröffentlichungen von Regulierungsbehörden und Verantwortlichen der Politik hervorgegangen, in denen die Projektergebnisse erwähnt werden. In praktischer Hinsicht ist eine Cybersafety Family Advice Suite entstanden, die ein Browser-Add-on, einen intelligenten Web-Proxy und Back-End-Server für Datenanalysen in sozialen Online-Netzwerken umfasst.

Respektieren der Privatsphäre

„Eines der Hauptprobleme, auf die wir während der Konzeption der Cybersafety Family Advice Suite stießen, war die Privatsphäre der Jugendlichen. Wie können wir Minderjährige vor den Gefahren sozialer Online-Netzwerke schützen und ihre Erziehungsberechtigten gleichzeitig über die jeweiligen Bedrohungen informieren, ohne die Privatsphäre der Jugendlichen zu verletzen?“, so Michael Sirivianos, Projektkoordinator und Assistenzprofessor für Computertechnik und Informatik an der Technischen Universität Zypern. Jugendliche haben eher gern ihre Geheimnisse und werden normalerweise nicht damit einverstanden sein, dass ihre Erziehungsberechtigten über ihre Aktivitäten in den sozialen Online-Netzwerken informiert werden. Die Studie hat außerdem gezeigt, dass sich eine Überwachung der Nutzungsaktivität negativ auf die Erfahrung mit dem System auswirken kann. Folglich könnten junge Menschen unter Umständen nach alternativen Möglichkeiten suchen, um das Internet unerkannt zu nutzen. Dadurch wären die Tools nicht mehr effektiv. „Um dieses Problem zu lösen, haben wir die Privatsphäre der Nutzenden priorisiert. Zuerst integrierten wir alle Funktionen und Erkennungsregeln in den intelligenten Web-Proxy, wo sie Minderjährige – wie auch unerfahrene Nutzende – nicht deaktivieren können“, erklärt Sirivianos. „Außerdem haben wir unsere Tools so gestaltet, dass alle wichtigen Funktionen moderner Werkzeuge zur Ausübung der elterlichen Kontrolle vereint werden, während gleichzeitig die Privatsphäre der Jugendlichen respektiert wird.“ ENCASE ist kein elterliches Kontrollwerkzeug, das die Aktivitäten der Jugendlichen überwacht und an die jeweiligen Erziehungsberechtigten meldet, sondern ein Instrument, das Familien beim Thema Cybersicherheit unterstützt. Es informiert Minderjährige über eine unmittelbare Bedrohung und schlägt geeignete Schritte vor, um sie zu vermeiden, anstatt Inhalte lediglich zu blockieren und herauszufiltern. „Unsere Tools sind quasi der Schutzengel der Minderjährigen, während sie in sozialen Online-Netzwerken unterwegs sind“, fasst Antonis Papasavva, Projektstipendiat und technischer Leiter an der Technischen Universität Zypern, zusammen.

Sicherheit durch Informationen

Als Nächstes sollen Wissen vermittelt und Jugendliche wie auch ihre Erziehungsberechtigten über die Gefahren sozialer Online-Netzwerke aufgeklärt werden. Um noch mehr Bewusstsein zu schaffen, informiert das Projekt über seine Ergebnisse und versucht, zahlreiche Initiativen für ein sicheres Internet einzubinden – darunter Better Internet for Kids und EU Kids Online. Darüber hinaus werden die von ENCASE entwickelten Werkzeuge von der Technischen Universität Zypern, der Projektträgerin, genutzt, indem sie Anwendung in Pilotmaßnahmen an zypriotischen Grundschulen finden. Diese erfolgen im Rahmen von CYberSafety II, einem Programm der EU-Fazilität „Connecting Europe“, das sich an Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern richtet. Durch die wertvollen Rückmeldungen kann das Team die Werkzeuge weiter verbessern, während freiwillige Teilnehmerinnen und Teilnehmer gleichzeitig stärker zu den Gefahren in sozialen Online-Netzwerken sensibilisiert werden.

Schlüsselbegriffe

ENCASE, Bedrohung, Gefahr, soziales Online-Netzwerk, Privatsphäre, Datenschutz, Jugendliche, Cybersicherheit, Internetnutzung, Bedrohungserkennung, Cybersafety Family Advice Suite, soziale Online-Netzwerke

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