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Water buffering and drainage in urban areas by using drainage blocks under the road

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Neuartiger Betonblock kann helfen, Grünflächen in Städten grün zu halten

Die Ausbreitung gepflasterter Flächen führt zu einer Zunahme von Überschwemmungen in Städten. Ein einfacher Block könnte das Wasser dahin führen, wo es am meisten benötigt wird.

Mit dem Wachstum unserer Städte steigt auch das Risiko von Überschwemmungen. Durch die Verstädterung steht weniger Land zur Verfügung, das Regenfälle aufnimmt, was dazu führt, dass Abflüsse und Kanalisation überschwemmen und bei Unwetter überlaufen. Den Böden unter gepflasterten Bereichen fehlt das Regenwasser, sie trocknen aus, sacken ab und verursachen so Gebäudeschäden. Um dem entgegenzuwirken bietet das von der EU unterstützte Bufferblock-Projekt unter Leitung des niederländischen Unternehmens Bufferblock Städteplanern eine Möglichkeit, Wasser in den Boden zurückzuleiten. Die patentierten Betonblöcke werden so in den Boden eingelassen, dass sie ein kanalartiges Netzwerk bilden, durch das Regenwasser je nach Bedarf gespeichert, umgeleitet werden oder in den Boden sickern kann. „Es gibt bereits Lösungen wie Versickerungskisten aus Kunststoff“, erklärt Aroen Mughal, technischer Leiter. „Der Nachteil ist, dass sie unter einer mindestens 80 cm dicken obersten Schicht eingebaut werden müssen, damit sie der Verkehrslast standhalten können – anderenfalls brechen sie zusammen.“ Im Gegensatz dazu können die Beton-Bufferblocks fast direkt unter die Straßenoberfläche gesetzt werden. Die Blöcke haben eine Dichte von rund 1 000 kg pro Kubikmeter, ähnlich wie Bimsstein (der im Straßenbau als leichte Füllung verwendet wird), verfügen aber über eine deutlich höheren Wasserspeicherfähigkeit von bis zu 500 Litern pro Quadratmeter. Die Möglichkeit, die Blöcke direkt unter der Straßenoberfläche einzusetzen, ist auch an Orten mit hohem Grundwasserspiegel wie in den Niederlanden und in Bereichen mit sehr flachem Untergrund von Vorteil. Außerdem können sie mithilfe von handelsüblichen Geräten zur Kanalisationspflege gereinigt und gewartet werden. Seit 2018 ist die Bufferblock-Technologie im Green Village, einer Modellstadt im niederländischen Delft, in der innovative Städteplanung präsentiert wird, im Einsatz. Außerdem wurden die Betonblöcke vor Kurzem unter zwei Straßen in Capelle aan den Ijssel, einer Gemeinde in der Nähe von Rotterdam, installiert. Wasser kann mithilfe konventioneller Abflüsse zu den Bufferblocks geleitet werden oder die Kanäle direkt durch eine durchlässige Pflasterung infiltrieren. Die Betonblöcke sind nicht nur stabiler als die Versickerungskisten aus Kunststoff, sondern auch in der Herstellung günstiger. „Sie sind auch eine bezahlbare Lösung“, meint Mughal. „Die Blöcke bestehen aus reinem Beton, sind nicht verstärkt und können sehr schnell mit denselben Maschinen gefertigt werden, mit denen auch Pflastersteine hergestellt werden.“ Dorian Hill, stellvertretender Direktor des Projekts, sagt, dass die finanzielle Unterstützung durch die EU Bufferblock geholfen hat, Beziehungen zu Herstellern in ganz Europa aufzubauen. „Im Rahmen unserer Machbarkeitsstudie haben wir mehrere Hersteller in Belgien, Deutschland, Irland und im Vereinigten Königreich geprüft. Sie haben jetzt ein echtes Interesse daran, mit uns über die Produktion von Bufferblocks zu sprechen“, sagt er. „Der ursprüngliche Prototyp ist nun zum Produkt geworden.“ Bufferblock ist ein Familienunternehmen – Mughal und Hill sind Cousins, und auch Hills Mutter und Onkel arbeiten mit. Mit ihrer Muttergesellschaft Hill Innovations gestalten sie seit fast zehn Jahren Lösungen zum Umweltmanagement. Laut Hill besteht der nächste Schritt für Bufferblocks darin, die Maschinen zu entwickeln, die erforderlich sind, um die Blöcke im Rahmen von Straßenbauprojekten automatisch zu installieren und dadurch die Kosten der neuen Infrastruktur weiter zu verringern. Es ist eher unwahrscheinlich, dass Stadtbewohner, die über Bufferblocks laufen, ahnen, welche bescheidene Rolle die Steine dabei spielen, dass ihre Füße trocken bleiben. Möglicherweise werden sie jedoch andere Veränderungen erkennen: „Bufferblocks verhindern nicht nur Überschwemmungen“, so Hill. „Sie helfen auch der Natur und können sie sogar verbessern, indem sie mehr Platz schaffen für Grün innerhalb der Stadt.“

Schlüsselbegriffe

Bufferblock, Überschwemmung, Regen, Wasser, Infrastruktur, Beton, Block, Stadt

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