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Einsatz von Sensortechnologie zur Reduzierung der Anzahl von Todesopfern durch Autounfälle

Dank des Forschungsteams des EU-Projekts SKIDLESS ist ein kosteneffektiver, virtueller Sensor in Vorbereitung, der zur Verbesserung der Fahrzeugstabilität und Abschwächung von Schleuderbewegungen beiträgt.

Jedes Jahr sterben mehr als 13 000 Europäer bei Autounfällen. Diese Zahl ist viel zu hoch ist, doch es lässt sich ein Rückgang der Todesfälle beobachten – im Jahr 2007 waren es noch 21 000. Einer der wesentlichen Gründe für diesen Rückgang ist die Nutzung der elektronischen Fahrdynamikregelung (ectronic stability control, ESC), einer Technologie, die die Stabilität eines Fahrzeugs verbessert, indem ein möglicher Verlust der Bodenhaftung oder Schleudern erkannt und abgeschwächt wird. Schleudern ist eine der häufigsten Ursachen von Autounfällen und neuere Studien zeigen, dass die ESC die Zahl der Todesfälle um 43 % reduzieren kann. Da die ESC-Technologie 80 % der Schleudervorgänge erkennen kann, besteht jedoch noch Verbesserungspotenzial. Laut Forscherinnen und Forschern des EU-finanzierten Projekts SKIDLESS können diese Systeme mit den richtigen technologischen Verbesserungen noch effizienter bei der Verhinderung von durch Schleudern verursachten Todesfällen werden. „Es ist in der Automobilindustrie allgemein bekannt, dass ESC-Systeme mit dem richtigen Schleudersensor erheblich effizienter werden können“, erklärt Mario Milanese, Geschäftsführer von Modelway und SKIDLESS-Projektkoordinator. „Leider sind diese physischen Sensoren aufgrund ihrer Kosten und Komplexität für Automobilhersteller eher unpraktisch.“ Um diese Lücke zu schließen, entwickelt das Projekt SKIDLESS einen kosteneffektiven, speziell für ESC-Systeme konzipierten virtuellen Sensor.

Die Grenzen bestehender Technologien überwinden

Mithilfe der patentierten „Direct Virtual Sensing“-Technologie (DVS) von Modelway arbeiten Forscherinnen und Forscher daran, die Effektivität von ESC-Systemen erheblich zu verbessern, indem sie einen virtuellen Sensor für den Schleuderwinkel entwickeln. Der Schleuderwinkel ist der Winkel zwischen der gewünschten Richtung des Autos und der Richtung, in die es tatsächlich fährt. Die DVS-Technologie wird zur effizienten Schätzung dieses Winkels eingesetzt, wobei in allen Autos verfügbare Messungen genutzt werden. Laut Milanese ebnet ein solcher virtueller Sensor den Weg für die Entwicklung einer neuen Generation von ESC-Systemen, die auf Schleuderbewegungen basieren und beim Schleudern eines Autos eine 40 % schnellere Erkennung und Reaktion bieten als aktuelle Systeme: „Die schnellere Reaktionszeit könnte bewirken, dass die Zahl der Todesfälle um 10 bis 20 % sinkt. Auch ein Rückgang um nur 10 % würde bedeuten, dass in Europa und den Vereinigten Staaten über 5 000 Leben gerettet werden, und mehr als 80 000 weltweit.“ Ein zuverlässiger virtueller Schleuderwinkel-Sensor ist außerdem entscheidend, wenn es um die Verbesserung der Leistung anderer sicherheitsrelevanter Fahrerassistenzsysteme geht. Durch die Nutzung des vom SKIDLESS-Projekt entwickelten Schleuderwinkel-Sensors können der Spurhalteassistent und Notfall-Spurhaltesysteme eines Fahrzeugs automatisch korrigierende Lenkbewegungen auslösen, sobald festgestellt wird, dass das Fahrzeug sich zu sehr dem Straßenrand nähert.

Vermarktung in einem schnell wachsenden Markt

Modelway ist derzeit mit der Fertigstellung der Technologie und der Vorbereitung ihrer Markteinführung beschäftigt. Sein Ziel ist es, dass der SKIDLESS-Sensor bis 2025 in 17 Automodellen in der EU und den USA genutzt wird, was eine Produktionskapazität von 2,7 Millionen Einheiten erfordert. Schätzungen zufolge wird der weltweite Markt für virtuelle Sensoren bis 2026 2 Mrd. EUR übersteigen, mit einem Wachstum von 29,8 % (durchschnittliches jährliches Wachstum) zwischen 2018 und 2026. Dank der Unterstützung dieses Projekts gehört Modelway nun zu den 15 führenden Anbietern virtueller Sensortechnologien. „Unsere DVS-Technologie hat sich bestehenden virtuellen Sensortechnologien als leistungsmäßig überlegen erwiesen, sowohl bei der Genauigkeit als auch bei der Entwicklung“, ergänzt Milanese. „Mit der Aufnahme in unser Portfolio weiterer virtueller Sensoren, die zur Verbesserung der Sicherheit und Reduzierung von Emissionen beitragen, erwarten wir, dass unsere Marktposition weiterhin immer stärker wird.“

Schlüsselbegriffe

SKIDLESS, Modelway, Autounfall, virtueller Sensor, Schleudern, Verkehrsunfälle, elektronische Fahrdynamikregelung, ESC, Automobilindustrie, direkte virtuelle Sensortechnologie, DVS, Schleuderwinkel, Fahrerassistenzsysteme, ADAS

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