Eine neue Hoffnung im Bereich behandlungsresistenter Brust- und Eierstockkrebs
Im Jahr 2020 wurde bei über 2,5 Millionen Menschen weltweit Brust- oder Eierstockkrebs diagnostiziert. Dabei wurden auch Krebsarten diagnostiziert, die mit den derzeitigen Therapien nicht behandelt werden können und somit eine hohe Mortalität mit sich bringen. „Das Auftreten von Krebsarten, die gegen bestehende Therapien resistent sind, unterstreicht den dringenden und ungedeckten Bedarf an zusätzlichen Therapeutika“, sagt Raphael Ceccaldi, Forscher am Curie Institute. Mit Unterstützung des TargetBRCA-Projekts arbeitet Ceccaldi an neuen Methoden zur Behandlung aggressiver Formen von Brust- und Eierstockkrebs, die gegen Behandlungen wie Chemotherapie resistent sind.
Das Wachstum von Tumoren stoppen
Bei Ceccaldis Forschung, die zusätzlich vom Europäischen Forschungsrat unterstützt wurde, ging es um die Charakterisierung neuer Moleküle, die ein bestimmtes Enzym, das mit der Entstehung aggressiver Tumore in Verbindung gebracht wird, gezielt hemmen können. „Für den Konzeptnachweis mussten wir hauptsächlich genügend Daten generieren, um Partnerschaften mit Pharmaunternehmen oder privaten Investierenden aufzubauen, um einen Hemmstoff von klinischer Qualität zur Behandlung von chemoresistenten Brust- und Eierstocktumoren zu synthetisieren“, erklärt Ceccaldi. Dieses Ziel wurde im August 2023 erreicht, als das Projekt eine Forschungskooperationsvereinbarung mit ArgoBio Studio, einem privaten Investor, abschloss. Gemeinsam haben sie seitdem ein Start-up-Unternehmen gegründet, das auf die Entwicklung gezielter Therapien für Brust- und Eierstockkrebs ausgerichtet ist.
Innovation in Verbindung mit Grundlagenforschung
Neben dem Abschluss dieser wichtigen Partnerschaft wurden im Rahmen des Projekts auch Daten über potenzielle neue tumorblockierende Moleküle gewonnen. Es war jedoch nicht immer einfach, an diese Daten heranzukommen. Beispielsweise erkannte das Team nach mehreren Monaten intensiver Forschung zu einem potenziellen Moleküls, dass es sich wahrscheinlich als Sackgasse erweisen würde. Das Projekt wurde unterbrochen, während die Forschenden weitere Analysen zur Biologie des DNS-Reparaturziels durchführten. Anschließend konnten sie ihre Arbeit an dem potenziell tumorblockierenden Molekül entsprechend anpassen. „Wir müssen uns immer vor Augen führen, dass Innovation eng mit der Grundlagenforschung verbunden sein sollte“, so Ceccaldi. „Man kann nicht einfach Neues erschaffen, ohne zuerst eine solide wissenschaftliche Grundlage zu schaffen.“ Dank dieser Flexibilität verfügt das Projekt nun über ein Portfolio von Molekülkandidaten in der abschließenden Phase. Dies ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem Molekül in der vorklinischen Phase, der durch die Mittelbeschaffung des Start-ups weiter beschleunigt werden wird.
Ein Paradigmenwechsel in der Krebsbehandlung
Laut Ceccaldi stellt TargetBRCA eine neue Hoffnung im Wettlauf um die Heilung aggressiver Brust- und Eierstockkrebsarten dar. „Unsere Behandlung ist nichts weniger als ein Paradigmenwechsel, der erste Schritt auf dem Weg zu einer sicheren und wirksamen Therapien zur Behandlung chemoresistenter Tumoren“, schließt er. Zusätzlich zu den Arbeiten, die von dem in Kürze angekündigten Start-up durchgeführt werden, hat Ceccaldi einen Antrag beim Übergangsprogramm des Europäischen Innovationsrats gestellt, über den er hofft, die im Rahmen des TargetBRCA-Projekts begonnenen Arbeiten weiter vorantreiben zu können.
Schlüsselbegriffe
TargetBRCA, Brustkrebs, Eierstockkrebs, chemoresistente Tumoren, Tumoren, Pharmaunternehmen, Innovation, Wissenschaft