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RANGER: RAdars for loNG distance maritime surveillancE and SaR opeRations

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Eine Kombination alter und neuer Radarsysteme zur Modernisierung der europäischen Küstenüberwachung

Ein neues Überwachungssystem unterstützt die Grenzschutzbehörden Europas dabei, verdächtige oder in Not geratene Wasserfahrzeuge genau zu verfolgen und abzufangen.

Europa hat lange und komplizierte Seegrenzen zu seinen Nachbarländern. Die Sicherung der Grenzen gegen externe Bedrohungen und illegale Aktivitäten ist notwendig, aber auch schwierig, da die Wirtschaft Europas auf offene Grenzen angewiesen ist. Herkömmliche Verfahren zur Küstenüberwachung wie Funkverkehr und Radar haben sich als nützlich erwiesen, weisen aber dennoch erhebliche Beschränkungen auf. Es mangelt ihnen an Genauigkeit und einer angemessenen Detektionsreichweite. So entstehen Sicherheitslücken. Daher benötigt Europa Überwachungssysteme, die die Vorteile der alten Systeme beibehalten und gleichzeitig dank moderner Technologien neue Kapazitäten einführen. Das EU-finanzierte Projekt RANGER stellte eine integrierte Plattform zur Überwachung der Meere bereit, die Altsysteme mit neuartigen Radartechnologien und Frühwarnsystemen verbindet. Wenn solche Komponenten gemeinsam eingesetzt werden, verbessern sie die Genauigkeit und Reichweite und führen gleichzeitig neue Verfolgungs- und Interventionsmöglichkeiten ein. Das neue System wurde erfolgreich integriert und erprobt und steht nun bereit, um zum gemeinsamen Informationsraum der EU beizutragen.

Alt und neu gemeinsam

RANGER erfasst Daten verschiedener bestehender Radar- und Überwachungssysteme und verbessert das Bild der operativen Zusammenhänge mit zwei neuen Radarsensoren. Einer davon ist ein Überhorizontradar. Der andere ist ein Photonics-Enhanced-Multiple-Input-Multiple-Output-(PE-MIMO)-Radar, der mehrere Strahlen verwendet, um auch über größere Entfernungen hinweg genaue Ergebnisse zu erzielen. Das System kann Radaraufzeichnungen (die Ausgaben der Überhorizont- und PE-MIMO-Radare für einzelne Wasserfahrzeuge), fusionierte Aufzeichnungen (die Ausgabe der Datenfusion) sowie Daten für das automatische Identifikationssystem und Altsystemausgaben bereitstellen. Das System verarbeitet alle eingehenden Daten gemeinsam und das Ergebnis wird dank einer fortgeschrittenen Benutzeroberfläche als Frühwarnsystem präsentiert. „RANGERs Vorteil ist die größere Detektionsreichweite“, erklärt der Projektkoordinator Dimitris Katsaros, „die verbesserte Lageerkennung, der Informationsaustausch über den gemeinsamen Informationsraum sowie die resultierende verbesserte Überwachung und Beschleunigung von Such- und Rettungseinsätzen. Wir konzentrierten uns vor allem darauf, unterstützende Technologien bereitzustellen.“ Dazu gehörten Algorithmen für Datenfusion, maschinelles Lernen und regelbasierte Benachrichtigungen.

Erprobung für Such- und Rettungseinsätze

Such- und Rettungseinsätze werden eine der Hauptanwendungen von RANGER sein. Dabei ist schnelles Handeln unerlässlich. Um dies zu erreichen, sind eine umfassende Datenerhebung und eine Koordination verschiedener Wasserfahrzeuge und Behörden notwendig. „Da RANGER Daten aus verschiedenen Sensoren fusionieren kann, kann das System Wasserfahrzeuge auf wesentlich größere Distanzen verfolgen als das Altsystem“, gibt Katsaros an. „Seine Frühwarnungen verbessern die Reaktionszeit und den Erfolg von Rettungseinsätzen. Es ermöglicht den Behörden, operative Daten über den gemeinsamen Informationsraum zu teilen und die Zusammenarbeit der EU-Länder bei der Entscheidungsfindung zu verbessern.“ RANGER wurde im Rahmen von vier realistischen Pilotdemonstrationen vor den Mittelmeerküsten Griechenlands und Frankreichs erprobt und validiert. Das System konnte erfolgreich beweisen, dass es zur Detektion auf kurze und lange Distanz sowie zur Verfolgung von kleinen Wasserfahrzeugen, zur Vorhersage der Routen von Wasserfahrzeugen und zu einer besseren Lageerkennung imstande ist. Aufgrund dieser Eigenschaften konnte das System erfolgreich Frühwarnungen ausgeben. Das System wurde von französischen und griechischen Regierungsbehörden, der hellenischen Küstenwache, der portugiesischen Kriegsmarine, dem rumänischen Grenzschutz und zahlreichen Radarexpertinnen und -experten positiv bewertet. Die Forscherinnen und Forscher des Projekts führten eine ausführliche Marktanalyse und eine Bewertung des Technologie-Reifegrads durch. Die Bewertung zeigte, dass RANGER insgesamt den Reifegrad 6 erreicht hat, während das Überhorizontradar Reifegrad 7 aufweisen konnte. Die Ergebnisse dieser Phasen werden benutzt werden, um zukünftige Kommerzialisierungsmöglichkeiten und -ausrichtungen auszuloten, sobald die nötige Finanzierung gesichert wurde. Das System stellt einen Schritt nach vorne für die Leistungsfähigkeit der europäischen Überwachung der Meere dar. Neben anderen Anwendungen wird die Lösung Such- und Rettungseinsätze beschleunigen.

Schlüsselbegriffe

RANGER, Überwachung, Frühwarnung, gemeinsamer Informationsraum, Suche und Rettung, Überwachung der Meere, Überhorizontradar, Photonics-Enhanced MIMO

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