Sonnenenergie, die das Erscheinungsbild von Gebäuden verbessert
Der übermäßige Verbrauch von elektrischer Energie trägt wesentlich zum Klimawandel bei. Rund 40 % des gesamten Stromverbrauchs in der EU werden durch die Klimatisierungssysteme (Heizung und Kühlung) von Gebäuden verursacht, welche ebenfalls für 36 % der CO₂-Emissionen verantwortlich sind. Derzeitige Heiz- und Kühlsysteme sind in hohem Maße von fossilen Brennstoffen abhängig, da nur 16 % der Klimatisierungssysteme mit erneuerbaren Energien arbeiten. Die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden könnte jedoch den Gesamtverbrauch an Energie in der EU um 5 bis 6 % und die CO₂-Emissionen um 5 % senken. Das EU-finanzierte Prisma-Projekt entwickelte einen hocheffizienten Prototyp eines multifunktionalen Sonnenkollektors, der vollständig auf erneuerbaren Energien basiert. Identifizierung der Kundenbedürfnisse Die Kollektoren von Prisma sind einfach zu integrieren, da sie in Form einer Fassade, eines dekorativen Elements, einer Brüstung oder einer Verglasung verwendet werden können. Darüber hinaus reduzieren sie die jährlichen Energiekosten für die gesamte Lebensdauer eines Gebäudes um 50 %. „Sie fungieren als Klimahülle, die das Gebäude effizient vor unerwünschter Erwärmung oder Kühlung schützt und gleichzeitig die Systeme mit Solarwärme versorgt“, so Flemming Wagner, CEO von Asoluna, dem für die Koordinierung des Projekts zuständigen schwedischen KMU. Es wurde eine Studie über die technische und wirtschaftliche Machbarkeit bezüglich der Markteinführung des Sonnenkollektors von Prisma durchgeführt. „Wir wollen die Bedürfnisse und Anforderungen unserer Interessengruppen ermitteln und das beste Geschäftsmodell für die Nutzung der Technologie finden. Darüber hinaus haben wir auch die Möglichkeit in Betracht gezogen, zusätzliche Funktionalitäten zu integrieren, die unseren Kunden gefallen könnten“, erklärt Wagner. Die Forscher führten eine Lückenanalyse durch, um sicherzustellen, dass der Prototyp dem Feedback der Interessengruppen entsprach, und eine Risikoanalyse half dabei, potenzielle kommerzielle und finanzielle Risiken zu erkennen. Erweiterungsanalysen wurden eingesetzt, um industrielle Partner für die Herstellung von Bauteilen zu identifizieren und zu bestimmen, was nötig ist, um den verbesserten Prototyp auf den Markt zu bringen. Und zu guter Letzt wurde eine Wachstumsstrategie mithilfe einer Geschäftsmodellanalyse erstellt, die die finanzielle Machbarkeit des Projekts zeigt. Attraktiv und effizient Der Sonnenkollektor von Prisma wurde in Zusammenarbeit mit Europas führenden Architekten auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit entwickelt und kann problemlos in bestehende Gebäude nachgerüstet werden. Wagner betont: „Das kostengünstige System, das einfach einzurichten und sowohl für Neu- als auch Altbauten geeignet ist, entspricht den gesetzlichen Verordnungen, Richtlinien und Normen für Fassadenanwendungen, ist zu rund 80 % effizient und schützt das Gebäude vor Wärme, Feuchtigkeit und Kälte.“ Das System ermöglicht ebenfalls Flexibilität im Design, um kundenspezifischen Anforderungen gerecht zu werden. Sein patentiertes modulares Konzept lässt eine sichere und schnelle Einrichtung zu, die nahtlos in die Gebäudefassade übergeht. Darüber hinaus ist die Lebensdauer der Kollektoren mit der der Gebäude vergleichbar und sie kosten nicht mehr als herkömmliche Fassadenelemente und erfordern auch nur minimalen Wartungsaufwand. Durch die Verbreitung der Solarthermie wird der Bedarf an anderen, weniger umweltfreundlichen Heizlösungen abnehmen, was wiederum zur Milderung des Klimawandels beitragen wird. Wagner weiter: „Bisher hatten Architekten allgemein eher Bedenken, im Rahmen ihrer Bauprojekte solarthermische Lösungen einzusetzen, weil sie sie hässlich fanden. Nun ist dank eines fantastisch aussehenden Produkts – das man tatsächlich genau so gestalten kann, wie man es möchte – genau das Gegenteil dar Fall.“
Schlüsselbegriffe
PRISMA, solar, thermisch, Kollektor, Fassade